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Australien anerkennt “nicht spezifiziertes Geschlecht”

Australien anerkennt als erstes Land das “nicht spezifizierte Geschlecht” (non-specified gender). Das ist ein Meilenstein in der Geschichte der Intersexualität (Zwitter). In aller Welt herrscht ein Geschlechtszuweisungszwang, der bewirkt, dass Menschen mit nicht eindeutigen Geschlechtsmerkmalen nach der Geburt einem wilkürlich gewählten Geschlecht zu geteilt werden. Infolgedessen werden die Betroffenen in der Regel genitalverstümmelt, was faktisch häufig einer Kastration gleichkommt. Bei vielen der Betroffenen stellt sich früher oder später heraus, dass sie falsch eingeteilt wurden und die Genitalverstümmlung natürlich nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Diese medizinischen Menschenrechtsverletzungen sind zwar einerseits Folge des ärztlichen Machbarkeitswahns, anderseits und wohl vorallem eine Folge davon, dass Eltern zu einer Geschlechtsbestimmung gezwungen sind. In Australien wird das nun nicht mehr der Fall sein und Eltern haben die Möglichkeit, das Kind fürs Erste als “nicht spezifiziert” zu klassifizieren und ihm so die Möglichkeit zu geben, später selber zu entscheiden, ob es nun ein Männchen oder ein Weibchen ist. Es bleibt zu hoffen, dass nun andere Länder nachziehen und dieser Zuweisungszwang endlich endet und damit auch die Genitalverstümmelung der Vergangenheit angehört.

Australia is first to recognise ‘non-specified’ gender


3 Kommentare zu “Australien anerkennt “nicht spezifiziertes Geschlecht””

  1. Ruby

    Ich glaube, dieser Artikel ist mittlerweile überholt. Soviel ich weiß, hat das Standesamt von New South Wales das ganze nach ein paar Tagen wieder als Fehlentscheidung zurück gezogen. Demnach muss sich Norrie May-Welbyach jetzt doch für ein Geschlecht entscheiden.

    http://www.pinknews.co.uk/2010/03/19/australian-government-withdraws-non-specified-gender-status/

    Ich wusste nicht, dass Norrie May-Welbyach, um die/der es in diesem Fall ja geht, intersexuell ist. Ist dem wirklich so? Im Blog von Norrie May-Welbyach habe ich mal gelesen, dass er/sie vor der Genitalangleichung gedacht hätte, transsexuell zu sein, diese Annahme sich aber nach der Genitalangleichung als Irrtum herausgestellt hätte.

  2. Diana

    @Ruby: danke für den Hinweis. Das ist wirklich sehr bedauerlich, es wäre ein wegweisender Entscheid gewesen. Hoffen wir mal, dass es weitere Vorstösse gibt in dieser Art. es wäre höchste Zeit, dass der gängigen Praxis endlich ein Ende gesetzt wird. Bei der hier besagten Person handelt es sich meines Wissens nicht um eine intersexuelle Person, aber dieser Entscheid wäre für intersexuelle Menschen eben ein Meilenstein gewesen. Es wäre die Basis, aufgrund derer zukünftig geschlechtlich nicht eindeutig zuweisbare Kinder so deklariert werden könnten, was wiederum den “Zwang zur Genitalverstümmlung” beenden könnte. Insofern bleibt Grund zur Hoffnung, vielleicht wird dieses non-specified-gender Etikett bei intersexuellen Menschen irgendwann eingeführt.

  3. Ruby

    Ich empfänd es als ziemlich grausam, ein geschlechtlich nicht eindeutig zuweisbares Kind rechtlich und behördlich als Neutrum (nicht spezifiziertes Geschlecht) zu deklarieren (abzustempeln). Kinder sollte man besser außen vor lassen. Würde es nicht genügen, Kinder einfach Kinder sein zu lassen? Vielleicht sollte unser Bewusstsein und Denken eher dahingehend gefördert und erweitert werden. Intersexuelle Kinder sollten im Erwachsenenalter selbst entscheiden dürfen, falls sie sich einen solchen non-specified gender Eintrag denn überhaupt haben wünschen.

    Zu den angesprochenen unsäglichen Genitalverstümmelungen, wie sie viele Jahre in Europa betrieben worden sind und wahrscheinlich weltweit immer noch Anwendung finden, sehe ich keine direkte Verbindung zu dem eigentlichen Anliegen von Norrie May-Welbyach. Ärzte wie auch Eltern unterlagen damals verheerender- und unglücklicherweise dem Irrglauben, einem intersexuellen Menschen durch solche OPs zu helfen. Wie sich aber im Nachhinein herausstellte, war tragischerweise oftmals genau das Gegenteil der Fall. Norrie May-Welbyach hingegen glaubte ursprünglich transsexuell zu sein, unterzog sich daraufhin einer Genitalangleichung, um nachträglich festzustellen, dass sie/er/es doch lieber die körperliche Angleichung zur Frau nicht weitergehen will. Auf einen weiblichen Hormonhaushals oder weitere operative, angleichende Maßnahmen verzichtete Norrie May-Welbyach. Er/sie/es hat sich also quasi als „neo-zwittriger“ Mensch selbst erfunden, …vielleicht aus einem tragischen Irrtum heraus, vielleicht aber auch ganz bewusst. In der Body Modification Szene gibt es noch andere Menschen, die für gleiche oder ähnliche Anliegen einstehen. In solchen Kreisen finden sich nicht wenige, die in ihren Fantasien ein solches Leben als reizvoll und mit aller Konsequenz erstrebenswert vorstellen. Mit den ganzen intersexuellen Syndromen, die mir bekannt sind, hat das m.E. aber nichts zu tun.

    Ganz lieben Gruß aus Norddeutschland.

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