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Deutscher Presserat rügt Focus wegen diskriminierender Berichterstattung betreffend einer transsexuellen Frau

Anlässlich eines Skandals um den italienischen Politiker Silvio Berlusconi berichtete das deutsche Magazin “Focus” wie viele andere Boulevard-Medien über den Tod einer transsexuellen Frau. Es war wie immer in so Fällen ein Genuss für trivialdenkende Journalisten, dass sie einen Politiker im Zusammenhang mit einer transsexuellen Frau darstellen konnten. Aber “Focus” war das nicht genug, um der Sache etwas Würze zu geben, berichteten die Schreiberlinge wie viele andere Schundmedien trotz des Namens “Brenda” und eines Bildes das diese Frau offensichtlich als Frau erkennbar machte, in der männlichen Form von ihr.

Die Menschenrechtsorganisation ATME (Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V.) hat darauf Beschwerde beim deutschen Presserat eingereicht und diese hat nun “Focus” einen Hinweis erteilt. “Focus” verteidigte sich mit der für Journalisten doch eher lächerlichen Ansicht, sie hätten ja nur die Formulierung der Depechenagenturen DPA und Konsorten nachgeplappert. Aber der deutsche Presserat sah das anders. In Anbetracht des Namens und des Bildes wäre es eine Frage der journalistischen Sorgfaltspflicht gewesen, das Hirn doch mal kurz einzuschalten.

Das Positivste an diesem Urteil ist die Tatsache, dass der Ausschuss des deutschen Presserates diesen Fall zum Anlass nicht, auch die Depechenagenturen diesbezüglich anzuschreiben und um etwas mehr Korrektheit zu bitten. Denn erfahrungsgemäss schreiben gerade niveaulose Medien gern so DPA-Meldungen ab ohne dabei nachzudenken. Diese Agenturen sind oft die Wurzel der breit gestreuten Ignoranz.

Einmal mehr muss darauf hinweisen werden, dass Medien durch solche Berichterstattungen mitverantwortlich sind für diskriminierende Vorstellungen in der Bevölkerung und damit sind sie mitverantwortlich für Ausgrenzungen, Diskriminierungen und Hate-Crimes – also faktisch für den Tod von rund hundert Transgendern jährlich.

Auch der Blick schrieb zu diesem Thema unter dem Titel: “Nach Sex-Skandal: Transe Brenda ist tot” und zeigte wie schon oft, dass man sich in der Blick-Redaktion auch über Opfer von Gewalt oder über Verstorbene gern mal lustig macht, weil Ethik dort ja bekanntlich keinen Stellenwert hat und überbordende Dummheit und Ignoranz jährlich von der Geschäftsleitung prämiert wird.


2 Kommentare zu “Deutscher Presserat rügt Focus wegen diskriminierender Berichterstattung betreffend einer transsexuellen Frau”

  1. Robin

    Achtung, das war keine Rüge vom Deutschen Presserat, sondern ein “Hinweis”.

  2. Diana

    na dann nennen wir es einen rügenden Hinweis, auf jeden Fall haben sie solche Formulierungen kritisiert und das ist schonmal ein guter Anfang

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